Systemebenen wechseln – Neue Lösungen durch Perspektivwechsel
„Es liegt an der einen Kollegin!“
„Die Strukturen sind schuld.“
„Ich bin einfach nicht belastbar genug.“
Solche Aussagen zeigen:
Menschen verorten Probleme oft spontan – aber nicht unbedingt dort, wo sie gelöst werden können.
Die Kunst des Ebenenwechsels
Systemische Beratung unterscheidet verschiedene Betrachtungsebenen –
und ermöglicht gezielte Interventionen auf der passenden Ebene.
Vier zentrale Ebenen im Überblick:
Ebene | Fokus | Beispielhafte Fragen |
Person | Innere Anteile, Motivation, Selbstbild | Was bewegt mich? Was macht mir Angst? |
Interaktion | Kommunikation, Rollen, Muster | Wie reden wir miteinander? Wer übernimmt welche Rolle? |
Organisation | Strukturen, Macht, Prozesse | Welche Regeln gelten? Welche Erwartungen wirken hier? |
Gesellschaft | Kultur, Normen, Narrative | Was gilt als „normal“? Was wirkt im Hintergrund? |
Ziel: Passende Interventionen finden
Wenn ein Problem auf der Team-Ebene entsteht,
aber individuell gelöst werden soll –
entstehen Überforderung und Frust.
Erst wenn die richtige Ebene erkannt und angesprochen wird,
wird Veränderung wirksam.
In der Praxis heißt das:
- Fragen, auf welcher Ebene das Anliegen gerade verortet ist
- Hypothesen auf mehreren Ebenen denken
- systemisch „zoomen“ – vom Detail ins große Ganze (und zurück)
- gezielt zwischen Ebenen hin- und herwechseln
Adventlicher Gedanke:
Vielleicht liegt die Lösung deines/Ihres Problems
nicht im Inneren – sondern im System.
Oder nicht im System – sondern im kulturellen Narrativ.
Heute ist ein guter Tag,
die Ebene zu wechseln.
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