Skip navigation

Systemischer Kinderschutz

Lösungs-, ressourcenorientiert und kooperativ

Die in den letzten Jahren geschaffenen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Verbesserung des Kinderschutzes stellen neben der öffentlichen und der freien Jugendhilfe auch andere kooperierende  Berufsgruppen vor neue Herausforderungen. Erwartet wird eine stärkere Zusammenarbeit aller beteiligten Fachleute unter Einbeziehung der Familien sowie verbindlichere Verfahren der Gefährdungseinschätzung. Gegen die Neuregelungen wird kritisch eingewandt, dass in der Jugendhilfe damit weniger auf Dienstleistung denn auf Eingriff und Kontrolle fokussiert werde. In diesem Seminar  wird thematisiert, wie Modelle des systemischen Beratungsansatzes für Abklärungen und Interventionen in Kinderschutzkontexten bereichernd sein können. Das Spannungsfeld der Fachleute, die Familien  stärken und zugleich zum Schutz der Kinder handeln sollen, wird praxisorientiert in den Blick genommen.

Ziele

  • Die TeilnehmerInnen haben die Chancen der Netzwerkarbeit in Kinderschutzkontexten, insbesondere unter Beteiligung der Eltern kennengelernt.
  • Sie verfügen über verschiedene kollegiale Beratungsmodelle, die ihnen die Risikoabschätzung in Kinderschutzfällen erleichtern.
  • Die TeilnehmerInnen haben Wissen über die spezifischen Beziehungsdynamiken und ihre Rolle im „Zwangskontext“ Kindeswohlgefährdung und sie haben kreative Ideen, wie sie Eltern für die  Zusammenarbeit gewinnen können.
  • Sie haben ihre eigenen Resilienzen und Grenzen reflektiert und haben Vorstellungen dazu, wie sie in Kinderschutzfällen fachlich kompetent so auftreten können, dass sie sich wohlfühlen.

Inhalte

  • Der Nutzen systemischer Theorie und Methoden für die Kinderschutzpraxis – Wie können die Grundannahmen der Lösungsorientierung und des Konstruktivismus hilfreich wirken?
  • Modelle für die konstruktive Zusammenarbeit in Netzwerken
  • Risikoabschätzungen in der kollegialen Teamberatung
  • Interventionsstrategien und Gesprächsmethoden, die eine lösungsorientierte Kooperationsbereitschaft von Eltern in „Zwangskontexten“ erhöhen
  • Umsetzung der Erkenntnisse anhand konkreter Fallarbeit

Zielgruppen

Fachleute aus Arbeitsfeldern der psychosozialen Arbeit mit Familien, Eltern, Kindern und Jugendlichen, der freien und der öffentlichen Jugendhilfe, der Pädagogik, Beratung, Therapie, der Frühen Hilfen,  Verfahrensbeistände und Familienhebammen

Seminarleitung Anja Mecklenburg