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Mentalisieren: Wie Kinder lernen, sich in andere hineinzuversetzen!

Was denkst Du, was ich denke? Was nimmst Du wahr, was ich fühle?

Unsere Mentalisierungsfähigkeit ist eine Fähigkeit, die in der Eltern-Kind-Beziehung entwickelt wird. Sie hilft uns dabei, uns selbst von außen und andere von innen zu betrachten und zu interpretieren. Sie ist eine wichtige Schlüsselfähigkeit für Resilienz und eine lebenslange Ressource. Sie beeinflusst, wie wir unsere Affekte, unsere Aufmerksamkeit, unsere Beziehungen und unser Selbst- und Selbstwertgefühl regulieren. Sie entwickelt sich im Laufe der frühen Kindheit und bildet während der gesamten Entwicklung die zentrale Grundlage für die Wahrnehmung, Gestaltung und Verarbeitung von sozialen Beziehungen. Bei vielen Kindern/Jugendlichen mit traumatischen Erfahrungen und Bindungsstörungen ist diese Fähigkeit in ihrer Entwicklung gestört. Insbesondere ist ihr epistemisches Vertrauen stark verletzt, was es ihnen erschwert, neues Wissen von fremden Personen als vertrauens-würdig, generalisierbar, relevant und annehmbar einzuschätzen. Eine pädagogische und therapeutische Förderung und Nachentwicklung der Mentalisierungsfähigkeit bei Kindern wie auch bei ihren Eltern ist möglich.

Im Seminar leiten uns die Fragen: Wie entwickeln sich die Mentalisierungsfähigkeit und das epistemische Vertrauen? Wie entstehen „Störungen“ in diesen Entwicklungen? Wie entwickelt sich epistemisches Misstrauen und wie zeigt es sich? Wie erwerben Kinder wieder epistemisches Vertrauen? Was bedeuten diese Erfahrungen für die Kontexte Schule, Freizeit, Peergroups, Partnerschaft und Familie? Wie kann ich als Fachkraft dieses Wissen für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie in der Elternarbeit nutzen?

Ziele

  • Die Teilnehmer*innen lernen, wie sich die Mentalisierungsfähigkeit entwickelt
  • Sie kennen die guten Gründe von Mentalisierungsproblemen bei traumatisierten und unsicher gebundenen Kindern
  • Sie wissen, wie Mentalisieren gefördert und unterstützt werden kann
  • Sie lernen Spiele und Übungen zur Stärkung der Mentalisierungsfähigkeit kennen

Inhalte

  • Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter
  • Ursachen und Auswirkungen von Mentalisierungsproblemen
  • Zusammenhänge zwischen Bindung – Traumatisierung – Mentalisieren – epistemischen Vertrauen
  • Praxisbezug:
    • Mentalisieren und Lernen in sozialen Beziehungen und Schule
    • Übungen und Spiele zur Stärkung der Mentalisierungsfähigkeit
    • mentalisierungsunterstützende Beratung von Eltern und Fachkräften

Zielgruppen

Fachleute aus Arbeitsfeldern der psychosozialen Arbeit, Pädagogik, Prävention, Therapie, Gesundheit, Pflege, Schule, Beratung; Soziale Arbeit sowie Seelsorge

 

Die Online-Seminar-Zeiten sind wie folgt:

2-tägiges Online-Seminar (Zoom-Konferenz mit Plenum und Arbeitsgruppen mit Reflexions- und Beratungsübungen)

Zeiten (9 UE pro Tag):

  8.45 –   9.00 Uhr      Technik-Check am ersten Tag/Begrüßung/Ankommen

  9.00 – 13.00 Uhr      1. Block (inkl. 30 minütige Kaffeepause)

13.00 – 14.00 Uhr      Mittagspause

14.00 – 17.30 Uhr      2. Block (inkl. 30 minütige Kaffeepause)

 

Wir bitten Sie, dass Sie einen Zeichenblock oder entsprechend großes Papier (mehrere Blätter) sowie Wachsmal- und Buntstifte bereitlegen. Denken Sie auch daran, sich mit Getränken zu versorgen. 

 

Seminarleitung Susanne Niederberger