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Systemisches Arbeiten mit unfreiwilligen Klient*innen

„Vergnügen an Veränderung ist dem Menschen bleibend eigen.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Klient*innen erleben im Kontext der Sozialen Arbeit die Zusammenarbeit mit Berater*innen und Sozialarbeiter*innen nicht immer als freiwillig. Eltern fühlen sich von Mitarbeiter*innen des Jugendamtes gedrängt, eine Hilfe anzunehmen. Familien werden durch das Familiengericht verpflichtet, mit einer Sozialpädagogischen Familienhilfe zu arbeiten. Wohnungslose Menschen und Hartz-IVEmpfänger befürchten die Kürzung von Leistungen. Jugendliche fühlen sich genötigt, in einer Wohngruppe zu leben. Drogenkonsument*innen haben die scheinbare Wahl zwischen Therapie oder Strafe. Zwangskontexte sind vielfältig und herausfordernd. In diesem Seminar werden Möglichkeiten des Umgangs damit aufgezeigt und anhand der Praxis der Teilnehmer*innen reflektiert.

Ziele

  • Die Teilnehmer*innen lernen hilfreiche Visualisierungstechniken für unterschiedliche Zwangskontexte kennen.
  • Sie wissen um die Dynamik von Zwangskontexten, können diese ressourcenorientiert beschreiben und mit den Klient*innen Perspektiven entwickeln.
  • Sie verfügen über Instrumente der Reflexion der Bedürfnisse von Menschen, die Angebote der Sozialen Arbeit nicht freiwillig nutzen.
  • Die Teilnehmer*innen kennen provokative, paradoxe und wertschätzende Möglichkeiten, Klient*innen zur Kooperation einzuladen und die Beziehungsdynamik zwischen ihnen und den Klient*innen zu reflektieren.

Inhalte

  • Interventionsstrategien in der Kooperation mit unfreiwilligen Klienten
  • Methoden der Reflexion der Beziehungsdynamik in Zwangskontexten
  • Reflecting Team als multiperspektivische Methode der Wertschätzung
  • Zeitseilarbeit zur Rekonstruktion von Krisen und Konflikten
  • Ansprechvarianten zur Thematisierung von Zielkonflikten
  • Kreative Möglichkeiten des Arbeitens in Zwangskontexten
  • Umsetzung der Erkenntnisse anhand von konkreter Fallarbeit

Inhalte dieses Seminars überschneiden sich mit Inhalten der Weiterbildung Systemische Beratung im fortlaufenden Kurssystem. Wenn dennoch Interesse an der Teilnahme besteht, bitte mit der Kursleitung beraten. Teilnehmenden der Weiterbildung im variablen Kurssystem empfehlen wir die Buchung.

Zielgruppen

Mitarbeitende aus Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit, der Suchtberatung, der Arbeitsagenturen, der Jugendämter, der Sozialpädagogischen Familienhilfe, dem Pflegekinderdienst, der stationären Kinder- und  Jugendhilfe sowie der Therapie.