Wenn der Weg (noch) nicht frei ist

Methoden und Settings zum Umgang mit Leidensgeschichten in der Mediation

„Die Vergangenheit ist die Mutter der Zukunft.“ Baron Bresson

„Nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft schauen!“  gilt als ein zentrales Handlungsprinzip der Mediation – auch in Abgrenzung zu therapeutischen Interventionen. Dennoch kommen auch MediatorInnen in der praktischen Arbeit häufig nicht an der Bedeutung der Vergangenheit vorbei.  Immer wieder sind wir mit Fällen konfrontiert, in denen die Konfliktparteien das Geschehen subjektiv als Opfer- und Leidensgeschichten durchlebt und durchlitten haben. Zerstörtes Vertrauen, erfahrene Kränkungen, entstandene  Verletzungen und Schäden scheinen der angestrebten Orientierung der Konfliktparteien auf die Zukunft und damit einer  lösungsorientierten Mediation ebenso im Wege zu stehen wie Empörung über erlittenes Unrecht und unerfüllte Wünsche nach Wiedergutmachung und Rehabilitierung. Wechselseitige Schuldzuschreibungen und deren Abwehr beherrschen  immer wieder die Interaktion.  Nicht selten scheint „dieser ganze Schutt der Vergangenheit“  den Fortgang der Mediation zu blockieren und deren Erfolg zu gefährden. Wie also den Weg freimachen zur „eigentlichen“,  zukunfts- und lösungsorientierten  Mediationsarbeit? Darum geht es in diesem Seminar.

Ziele:

  • Die TeilnehmerInnen haben ein grundlegendes Verständnis für die Bedeutung der Vergangenheitsbewältigung im Rahmen der Mediation entwickelt und können erkennen, in welchen Fällen dies im Rahmen der Mediation sinnvoll und angemessen ist.  
  • Sie haben geeignete Settings, Methoden und Techniken kennengelernt und geübt, die  der Vergangenheit einen angemessenen Platz  innerhalb der Mediation einräumen.  
  • Sie haben ihre Mediationskompetenz im Umgang mit hochemotionalisierten und –eskalierten Konflikten erweitert.

Inhalte:

  • Das Entstehen von Täter/Opfer-Bildern als Teil der Eskalationsdynamik
  • Psychische Verarbeitungsmechanismen und –phasen von Opfererfahrungen
  • „Entgiftungs-“ und  Würdigungstechniken  in der mediativen Gesprächsführung
  • Einsatz von Einzelgesprächen und deren Rückbindung an den runden Tisch zur Entwicklung einer gemeinsamen Konflikt- und Leidensgeschichte
  • Unterstützende Visualisierungstechniken
  • Abgrenzung zu therapeutischen Interventionen

Zielgruppen:

MediatorInnen, Menschen, die in Konflikten vermitteln sowie Fachleute aus anderen psychosozialen Arbeitsfeldern.

 

Seminarleitung:

Michael Wandrey

Ort:

Seminarhaus Ammerbuch, Pfäffingen

Termin:

08. - 10. November 2017

Preis:

380,– € (inkl. Snacks und Getränke,
                ohne Mittagessen und Übernachtung)

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